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Diese Information soll Ihnen helfen, die Krankheiten der Nieren, die Folgeschäden ihrer Unterfunktion, die weiteren Lebensperspektiven Ihres Tieres und auch die vorgeschlagenen Behandlungsmaßnahmen besser zu verstehen. Denn nur, wenn Sie gut Bescheid wissen, kann Ihr Tier mit Ihrer Mithilfe wahrscheinlich noch eine ganze Weile bei guter Lebensqualität weiterleben.

Welche Aufgaben haben die Nieren?
Gesunde Nieren befreien den Körper von vielen Abfallstoffen, die nach getaner Arbeit aller Organe im Blut dorthin transportiert werden. Besonders Mineralien (z.B. Kochsalz oder Kalium) und Endprodukte aus dem Eiweißstoffwechsel, wie Harnstoff und Phosphate, werden bevorzugt über die Niere ausgeschieden. Die Nieren haben noch andere wichtige Aufgaben: Sie regeln den Blutdruck, indem sie aus dem Urin genügend Wasser für den Kreislauf zurückgewinnen. Außerdem sorgen sie dafür, dass im Blut genügend rote Blutkörperchen, die den lebenswichtigen Sauerstoff zu allen Zellen transportieren, vorhanden sind.

Was passiert bei Niereninsuffizienz ( Nierenschwäche ), also "Unterfunktion"?
Eine kranke Niere kann alle diese Aufgaben nicht oder nur noch teilweise wahrnehmen. Sie befreit also das Blut nicht mehr vollständig von den Abfallstoffen, so dass sich diese in immer größeren Mengen im Blut anhäufen. Im schlimmsten Fall führt dies zu einer Art innerlichen Vergiftung. Diese erfasst z.B. die Magen- oder Darmschleimhäute, die sich entzünden können. Anhaltender Durchfall und/oder Erbrechen sind dann die Folge der Nierenerkrankung, und dies ist auch häufig der Grund für die erste Vorstellung des Tieres in der Tierarztpraxis.
Manchmal können nierenkranke Tiere auch nur noch schwankend laufen, oder sie schreien plötzlich durchdringend und lange, weil gewisse Bereiche des Zentralnervensystems durch die Gifte zeitweise ausfallen.
Da die Nieren nicht mehr genug Wasser aus dem Urin zurückgewinnen, wird das Blut zu dickflüssig, der Blutdruck steigt und der Gesamtwassergehalt der Körperorgane sinkt. Man erkennt dies sowohl an der ausgetrockneten Haut, als auch am vermehrten Durst des Tieres.
Kranke Nieren kontrollieren auch häufig die Zahl der roten Blutkörperchen nicht mehr ausreichend, daher sind nierengeschädigte Patienten oft zusätzlich sehr müde und blass.

Wie kann man nierenkranken Tieren helfen?
Leider ist es fast nie möglich, kaputtes Nierengewebe wieder zum Arbeiten zu bringen. Wichtigstes Ziel einer Therapie ist es daher, den Teil der Nieren, der überhaupt noch arbeitet, weiterhin in Funktion zu halten. Einerseits erreicht man dies durch Medikamente, die die Reserven der Nieren schützen. Wenn bereits eine Blutarmut (Anämie) vorliegt, wird die Produktion von roten Blutkörperchen durch Injektionen und Tabletten stimuliert. Ist das Tier am Anfang der Behandlung sehr stark ausgetrocknet, muss der Patient mit Hilfe von Infusionen stabilisiert werden.

Um den gestiegenen Blutdruck zu kontrollieren, bekommen niereninsuffiziente Tiere sogenannte "ACE–Hemmer", die den Druck wieder senken und damit die Niere schützen. Eine wichtige Therapiemaßnahme ist die Umstellung des Futters: Es muss so zusammengesetzt sein, dass im Körper möglichst wenige Abfallprodukte anfallen, die über die Nieren ausgeschieden werden müssen. Damit eine möglichst geringe Belastung der Nieren gewährleistet ist, wird die Zusammensetzung der Nierendiäten (sowohl Dosen- als auch Trockenfutter) genauestens kontrolliert und in genau definierten Mengen zusammengemischt. Um den Phosphatgehalt im Futter noch weiter zu senken wird Ihr Tierarzt ihrem Liebling eventuell noch zusätzlich phosphatbindende Medikamente verordnen.

Wie geht’s weiter?
Hoher Blutdruck beeinträchtigt auch andere Organe, so dass bei der Kontrolluntersuchung neben dem Blutdruck auch immer Leberwerte und der Blutzucker mit kontrolliert werden. Hunde und Katzen mit Anämie (Armut an roten Blutkörperchen) benötigen außerdem regelmäßig Eisen und bestimmte B-Vitamine, die in Form von Tabletten oder Injektionen verabreicht werden können. Wie bei jeder Behandlung, kann auch bei Ihrem Tier nur dann Aussicht auf Erfolg bestehen, wenn Sie alle Medikamente, also auch die verordnete Nierendiät, konsequent über einen langen Zeitraum, vielleicht sogar für den Rest des Lebens geben. Bei einer so schweren Erkrankung, wie der Niereninsuffizienz, müssen außerdem regelmäßige Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden, um zu sehen, wie sich der Funktionszustand der Nieren entwickelt. Bitte halten Sie im Interesse Ihres Tieres die Untersuchungstermine unbedingt ein!

Fazit:

  1. Die Nieren sind verantwortlich für die Entgiftung des Blutes, den Blutdruck, die Zahl der roten Blutkörperchen und die Bildung einiger Hormone.

  2. Nierengewebe, das einmal zerstört wurde, kann nicht wieder erneuert werden, der Körper muss mit dem verbliebenen Rest weiterleben.

  3. Um dies zu ermöglichen, sollte ein niereninsuffizientes Tier ausschließlich Futter fressen, das phosphorreduziert und eiweißkontrolliert ist, denn so fallen weniger Abfallstoffe zum Entsorgen über die Nieren an.

  4. Das verbliebene Restnierengewebe muß vor weiteren schädliche Einflüssen geschützt werden.

  5. Tiere mit zu hohem Blutdruck bekommen zusätzlich blutdrucksenkende Medikamente.

  6. Tiere mit Blutarmut (Anämie) erhalten Medikamente für den Aufbau neuer Blutkörperchen.

  7. Nierenkranke Tiere müssen gut überwacht werden. Eine Blutkontrolluntersuchung ist in regelmäßigen Abständen angezeigt.


Letzte Änderung: 15.02.10
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